1917

Hundert Jahre Geschichte

Die Familie Saottini Großvater Cesare mit seiner Frau Maria (beide 1884 geboren) und seinen vier Brüdern – kam ursprünglich aus Botticino (Brescia) und war eine patriarchalisch aufgebaute Familie von Landwirten, die Anfang 1900 nach Lonato in den Ortsteil San Polo zog, um auf den Bauernhof Cascina Monte Mario weiterhin als Halbpächter zu arbeiten.

Der Großvater und seine Brüder wurden anschließend einberufen und zogen in den Ersten Weltkrieg. 1917 erfuhr Großmutter Maria etwas Wichtiges: Würde sie einen Bauernhof pachten, so könnte der Großvater aus der Armee entlassen werden, um den Betrieb zu leiten! So beschloss sie trotz ihrer vier kleinen Kinder (Augusta Geburtsjahr 1909, Angelo 1911, Mario 1913, Enrico 1914), den Bauernhof in der Ortschaft Tugurio (Ortsteil Maguzzano) zu übernehmen.

Die Rückkehr von Großvater Cesare aus dem Krieg

So ereignete es sich, dass 1917 Großvater Cesare aus dem Krieg zurückkam und 1919 seine fünfte Tochter, Agnese, auf die Welt kam.
Nach diesen Jahren begann Großvater Cesare mit einigen älteren Mitarbeitern, zwei Ochsen und einem Pferd, den Ackerboden ringsum das Haus zu pflügen und die ersten kleinen Rebflächen anzubauen. Dies war die Geburtsstunde des Betriebs.

Alle Kinder heirateten: Tante Augusta heiratete Filippo, Onkel Angelo die Angela, Vater Mario nahm Giovanna (1937) zur Frau, Onkel Enrico die Rosa und Tante Agnese entschied sich für Aldo.
Die drei Männer setzten gemeinsam mit ihren Frauen die Tätigkeit fort, die ihr Vater ins Leben gerufen hatte: derAnbau von Weinreben sowie Futterpflanzen und Getreide für die Zucht von Kühen und Kälbern. Auch die Pferde wurden wie die Ochsen als Zugtiere eingesetzt.

1942 kam es zum ersten Traktorkauf: ein erdölbetriebener Fordson in gebrauchtem Zustand. Am 21. April 1951 starb Großvater Cesare und im September desselben Jahres beschlossen die drei Söhne, einen weiteren Traktor zu kaufen, einen Landini L.25, diesmal aber neu.

Die Jahre vergingen und die Kinder setzten die Tätigkeit fort. Erst 1960 entschieden sich zwei der Brüder, eigene Wege zu gehen, während Vater Mario das Familienunternehmen weiterführte.
1963 erwarben Vater Mario und Mutter Giovanna unter großen Opfern einen neuen Traktor Ford Super Major, der mehr Hubraum als der vorige hatte (55 PS) und sich auch heute noch im Familienbesitz der Saottini befindet.
Aus der Ehe von Mario und Giovanni gingen vier Kinder hervor: Lorenzo, Silvano und die Zwillinge Loredana und Cesare.

Auf dem Bauernhof wird das Leben von der Arbeit, Schule und Pfarrei bestimmt. Die Familie ist stets äußerst gastfreundlich und hat gerne Verwandte und Freunde zu Gast. Ein Tag ist uns besonders in Erinnerung geblieben: die Erstkommunion von Loredana und Cesare (auf dem Foto mit den Großeltern mütterlicherseits, ihren kleinen Freunden und dem Pfarrer, Don Luigi Piovan). Schon damals war Cesare ein aktives Mitglied der Pfarrei Maguzzano.
Ab den 50er Jahren nimmt die Familie mit ihren eigenen Fahrzeugen an den Erntedankfesten teil, auf denen der Pfarrer die Traktoren nach dem Gottesdienst einzeln segnet. Im Dezember 1964 passiert es: Der Ford Super Major erhält seinen ersten Segen.
Im Januar 1970 wurde am Gedenktag des Hl. Antonius des Großen in Lonato ein Wettbewerb veranstaltet, wer dennden am schönsten geschmückten Traktor besitzt! Familie Sottini gewinnt den ersten Preis.

Vater Mario leitet den Betrieb mit eisernem Willen weiter.
2002 sterben die Eltern und die Brüder Silvano und Cesare beschließen, den landwirtschaftlichen Betrieb weiterzuführen, bis heute!
Ab 2010 weitet sich der Betrieb Saottini aus. Einen immer größeren Beitrag dazu leistet auch Daniele, Cesares Sohn, der diese Leidenschaft dank seines Großvaters Mario, seines Onkels Silvano und seines Vaters pflegt, hegt und sich durch Hingabe und Tatendrang auszeichnet.
Insbesondere Großmutter Maria bleibt uns in dankbarer Erinnerung, da sie in einer äußerst schwierigen Zeit mit viel Mut das Leben und die Schwierigkeiten ihrer Familie zu meistern wusste.